Beim Einkauf auf fair gehandelte Produkte achten

Pullach bewirbt sich um den Titel Fair Trade Gemeinde. Die Gemeinde will damit erreichen, dass die lokalen Einzelhandelsgeschäfte, Floristen sowie Cafés und Restaurants Produkte aus fairem Handel anbieten werden.

 

Mit dem Kauf von Fair Trade Produkten, leicht erkennbar am Fair Trade Siegel, ermöglichen wir den Produzenten in der Dritten Welt – das sind meist Kleinbauernfamilien - bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie gerechtere Löhne.

 

 

Faire Preise auch für heimische Produkte

 

Wir unterstützen aber auch unsere heimischen Produzenten, z. B. die Milchbauern, denen der Handel (insbesondere die bekannten Handelsketten mit ihrer großen Marktmacht) immer weniger auskömmliche und faire Preise zahlen will.

Hier haben wir es als Verbraucher in der Hand, beim Einkauf regionale und möglichst auch biologisch hergestellte Produkte zu bevorzugen. So erhalten wir nicht nur die bäuerliche Landwirtschaft, sondern leben gesünder und schonen die Umwelt und das Klima

 

Regional – biologisch – Fairer Handel, sollten deshalb beim Einkauf die Entscheidungskriterien sein.


Bewusster einkaufen – bewusster leben lautet das Motto.

 

 

 

 

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Zapfen statt schleppen

Wasserflaschen im Supermarkt

 Wir kaufen immer mehr in Plastik abgepackte Getränke - sogar Wasser. Dies lässt den Plastikmüllberg anwachsen. Das Knacken von zermalmten Plastikflaschen im Rückgabeautomaten gehört fast schon zur Begleitmusik beim Einkaufen, denn die Discounter haben das Geschäft gerade mit Wasser in der Plastikflasche Stück für Stück ausgeweitet.

Das ist die Lösung:

Trinkwasser einfach aus dem Wasserhahn zu Hause zapfen - wie früher auch. Das ist günstig, spart Zeit, schont die Umwelt und ist oft sogar besser als Mineralwasser in Flaschen (vgl. link). Es gibt jedenfalls bei uns in der Region München keinen vernünftigen Grund, Wasser in Flaschen im Supermarkt oder Getränkemarkt zu kaufen und nach Hause zu tragen oder zu fahren. Die Qualität des Pullacher Trinkwassers, das aus dem Forstenrieder Park stammt, ist gleichbleibend hoch, wie regelmäßige Untersuchungen belegen. Diese finden zwei Mal im Jahr statt und werden auch in den gemeindlichen Schaukästen ausgehängt. 

Prüfbericht Trinkwasser Pullach vom Sommer 2015

Saft, Bier und andere Getränke:

Möglichst in Mehrwegflaschen kaufen! Die Mehrweg-Quote ist seit 2014 leider wieder auf dem Rückzug.


Faire Preise für Milch

Was ist das Problem:

Die großen Discounter und Handelsketten wie Aldi, Lidl und Edeka bestimmen die Milchpreise. Was den Verbraucher wegen der Niedrigpreise für Milch und Milchprodukte freuen mag, ist oft für kleinere und mittlere bäuerliche Betriebe, die noch naturnah wirtschaften, der Tod. Denn für zeitweise nur noch 20 Cent und weniger pro Liter Milch ist ihr Überleben unmöglich. Die industrielle Landwirtschaft mit ihren großen Produktionsmengen (hochgezüchtete "Turbo-Kühe", geben - gefüttert mit Soja-Kraftfutter aus Südamerika - schon mehr als 10.000 l Milch im Jahr), ist auf dem Vormarsch. Da die Deutschen gar nicht so viel Milch trinken können, geht ein Großteil der erzeugten Milch in den Export, die Gülle aus dieser Tierhaltung verbleibt aber im Lande und wird in großen Mengen auf die Felder geschüttet. Dies führt zu erheblichen Belastungen unseres Trinkwassers.

Das ist die Lösung:

Bezug der Milch von Molkereien, die nachweislich einen fairen Milchpreis zahlen oder - wo möglich: noch besser - die Milch im Hofladen vom Landwirt in Wohnnähe kaufen.

Wo kann man die Milch regional beziehen und welche Molkereien zahlen einen fairen Milchpreis?

Der Naturlandhof Seitz in nahen Baierbrunn bietet in seinem Hofladen neben hochwertigen Fleisch- und Wurstwaren aus eigener Schlachtung auch hervorragende Milchprodukte an. Die Milch und der hofeigene Käse sind vom Ökoverband NATURLAND zertifiziert und genügen somit höchsten ökologischen Ansprüchen. Die Molkereien Berchtesgadener und Andechser garantieren über die Verbände DEMETER und NATURLAND ebenso faire Milchpreise für unsere Landwirte.

Mehr Informationen:

Naturlandhof Seitz, Gautinger Weg 11, 82065 Baierbrunn
Öffnungszeiten Hofladen: Freitag 11 bis 16 Uhr, Samstag 9 bis 12 Uhr

Übersicht ökologisch erzeugte Lebensmittel in und rund um München

Molkerei Berchtesgadener

Molkerei Andechser

Ökoverband NATURLAND

Bio-Marke DEMETER


Fischkauf und Umweltsiegel

Das Problem:

Die Weltmeere sind heute weitgehend leer gefischt mit unabsehbaren Folgen für ihr ökologisches Gleichgewicht. Viele Verbraucher achten deshalb beim Fischkauf zunehmend auf deren Herkunft. Wer verantwortungsbewusst konsumieren will, sucht dabei Orientierungshilfe in Siegeln wie dem anspruchsvollen MSC-Zeichen (Marine Stewardship Council), das der WWF mit vergibt. 

 

Die Lösung:

Verbrauchern, die einen Beitrag zur Rettung der Rest-Fischbestände in den Meeren leisten wollen, kann leider nur empfohlen werden, einfach weniger Meeresfisch zu essen, insbesondere auf den Verzehr der gefährdeten Arten ganz zu verzichten und stattdessen beim Fischzüchter vor Ort vorbeizuschauen. Denn Umweltsiegel wie das MSC sind wohl vor allem ein Milliardengeschäft. Sie haben bislang unter dem Strich kaum etwas verändert an der Ausbeutung der Weltmeere durch immer größere Fangflotten. Um die Meere wirklich zu schützen, wären internationale Vereinbarungen zu fordern, z.B. über die Fangquoten, die den Standards der Nachhaltigkeit genügen, und deren strikte Überwachung und eine wirkungsvolle Ahndung von Verstößen.

Fischzuchtbetrieb in der Nähe: www.fischzucht-aumuehle.de


Wann lohnen sich Reparaturen?

In der Test-Zeitschrift 04-2017, die die Stiftung Warentest herausgibt, findet sich eine Kosten- und Ökobilanz, wann sich eine Reparatur lohnt. Man hat die Antworten einer Online-Leserumfrage ausgewertet und auch die Umfrageergebnisse bei einer Reihe von freien Werkstätten und Reparatur Cafés berücksichtigt.

Der Trend bei den Befragten geht dahin, der „fortschreitenden Ex und hopp-Mentalität“ etwas entgegenzustellen. Dass die Industrie hier noch „nachhilft“ und um die Kassen klingeln zu lassen, ihre Produkte absichtlich so baut, dass sie schnell kaputtgehen und sich auch nicht mehr reparieren lassen (geplante Obsoleszenz) lässt sich bisher kaum hieb- und stichfest beweisen. Unsere Reparateure können jedoch ein Lied davon singen, wie schwer bis manchmal unmöglich es ist, insbesondere ein relativ neues, aber schon kaputtes Gerät aus der Massenproduktion zu öffnen, ohne es zu beschädigen bzw. zu zerstören. Vielfach sind diese mit versteckten Schnapp- und Klebeverbindungen verschlossen statt mit sichtbaren Schrauben.

Die Industrie verweist in diesem Zusammenhang gern auf den Verbraucher, der alles möglichst billig haben wolle und verschweigt, dass unsere Art des Wirtschaftens auf schnellen Umsatz und nicht gerade auf Nachhaltigkeit der Produkte angelegt ist. Trotzdem müssen wir uns auch als „König Kunde“ an die eigene Nase fassen, wenn wir z.B. beim Kauf eines Elektrogerätes inzwischen schon vermehrt auf den angegebenen Stromverbrauch achten, nicht aber auf dessen Reparaturfreundlichkeit. Nur wenn auch wir weiter unser Bewusstsein verändern und konsequent danach handeln wird es gelingen, den zunehmenden Ressourcen- und Energieverbrauch in der Produktion („Masse statt Klasse“) zu reduzieren. Auch die Politik hat dies erkannt: So wird in Brüssel bereits diskutiert, Reparierbarkeit und Lebensdauer von Produkten in der EU gesetzlich zu verankern, um dem vorzeitigen Verschleiß entgegenzuwirken.

Die Stiftung Warentest hat exemplarisch drei Produktgruppen für ihren Reparatur-Test herausgesucht. Zunächst zu den Staubsaugern: Diese halten im Schnitt acht Jahre. Dann stellt sich die Frage: Reparieren oder neu kaufen. Bei einer Fachfirma reparieren zu lassen, lohnt sich finanziell meist nicht. Aber auch aus ökologischen Gründen oft nicht, gerade wenn das kaputte Gerät noch ein „Stromfresser“ ist, denn es gibt neue sparsame Modelle (nicht mehr als 1000 Watt). Bodenstaubsauger sind relativ einfache Maschinen, sodass auch technische Laien manches kleinere Problem (z.B. Kabelwickler, Schlauch) selber lösen können. Hilfreich dabei können sein: Reparatur-Anleitungen in einschlägigen Nutzervideos auf YouTube oder Web-Seiten, wie Wikihow.de, Forum.teamhack.de oder Diybook.de. Wer damit nicht klarkommt, kann natürlich auch gern bei einem unserer Reparatur-Treffs vorbeischauen.

Nun zu den Kaffee-Vollautomaten, die zunehmend gern gekauft werden. Da die Geräte in der Herstellung relativ ressourcenaufwendig (7 kg Kunststoffe, 3,2 kg Metalle und 600 g Elektronik) und in der Anschaffung teuer sind, lohnt sich zumeist eine Reparatur finanziell und auch ökologisch. Schwachstellen sind hier die Heizung, verschlissene Ventile und die Pumpe). Geht ein Gerät bereits in den ersten vier Jahren kaputt, empfiehlt sich eine Instandsetzung, die nicht mehr als die Hälfte des Kaufpreises kostet; ab dem siebten Jahr sollte sie aber höchstens noch ein Fünftel ausmachen. Bei der Eigenreparatur helfen die o.g. Nutzervideos und die Webseiten Floriankaiser.de und Juradiy.de. Ersatzteile für etliche Marken bekommt man bei Komtra.de und Juraprofi.de (siehe auch: test.de/reparieren-zusatz). Die Preisunterschiede zwischen Original-Ersatzteilen und jenen von Fremdanbietern im Internet können enorm sein. Auch unsere Helfer im Reparatur-Café können Ihnen bei der Fehlersuche und Instandsetzung behilflich sein.

Das Reparieren von Waschmaschinen soll sich  vor allem aus ökologischen Gründen lohnen, da deren Herstellung viele Rohstoffe verbraucht (33 kg Metalle, 26 kg Kunststoffe, 900 g Elektronik). Zu berücksichtigen wäre hier jedoch auch, dass Altgeräte häufig recycelt werden, sodass die verbrauchten Rohstoffe wieder zurück in den Kreislauf gelangen. Zudem gilt bei Altgeräten ohne fehleranfällige Elektronik, dass diese oft robuster und einfacher zu reparieren sind als Maschinen der letzten 10 oder 15 Jahre. Häufig ist der Heizstab oder die Pumpe zu wechseln oder die Steuerung/Elektronik ist defekt. Streikt die Maschine, sollte man selbst erst einmal nach dem Fehler suchen. Fließt z.B. Wasser nicht ab, sollte zunächst das Flusensieb gereinigt werden, bevor man den Kundendienst ruft. Die Tester haben mit den getesteten Kundendienst-Firmen durchweg nicht die besten Erfahrungen gemacht, sodass das Fazit lautete: Viel Geld für wenig Leistung. Bei einfachen Defekten helfen Portale wie Kunnig-Elektro.de und Waschmaschinendoktor.de, als Drittanbieter von Ersatzteilen werden genannt Ersatzteile-direct.com und Ersatzteilvertrieb.de.

Hans-Werner Thürk