Als ich anfing, mich mit „Zero Waste“ zu beschäftigen, begann ich zu überprüfen, was ich in meinem Haushalt bereits besitze und versuche mich seitdem – auch bei Neuanschaffungen – auf das Notwendige zu beschränken. Das heißt, ich versuche meinen jetzigen und auch künftigen Konsum einzuschränken und vor allem auf Impulskäufe zu verzichten.

Dabei hilft vor jedem Kauf die Frage:Brauche ich das wirklich? Habe ich das nicht schon oder etwas ähnliches? Gibt es das neue Produkt auch ohne Plastik?“ Ein Vorteil ist, durch diese neue Vorgehensweise gebe ich weniger Geld aus. Und wenn ich mal etwas benötige, was ich nicht besitze, kann ich ja meine Nachbarin fragen...

Schöner Nebeneffekt bei dieser Sache: Das gesparte Geld kann ich verwenden, um haltbarere und deshalb meist teurere Produkte zu kaufen. Es geht aber auch darum zu überprüfen, wie ich meinen Konsum/Ressourcenverbrauch verändern kann, z.B.

  • Verpackungen  (evtl. besser auf dem Wochenmarkt lose/unverpackt einkaufen?),
  • Papierverbrauch (muss das ausgedruckt werden?),
  • Autonutzung (geht´s auch mit dem MVV oder kann ich mein Radl nehmen?),
  • Technik (komm ich auch ohne klar?).

Weniger konsumieren, weniger „Shoppen“, weniger Medien konsumieren hat auch zur Folge, dass ich mich weniger Kaufanreizen aussetze, die mir suggerieren wollen, was mir noch alles für ein „glückliches“ Leben fehlt. Es ist leichter, mit dem zufrieden zu sein, was ich bereits besitze.

Aussortierenaber wie?

Wohin mit all den Dingen, von denen ich mich befreien/trennen möchte? Auf keinen Fall sollte man sie einfach nur wegschmeißen! Das wäre Ressourcen-Verschwendung. Klar, ich kann sie zu Geld machen und bei momox.de oder ähnlichen Anbietern verkaufen. Ich kann sie aber auch in Gebrauchtwarenhäusern abgeben, beim Isartaler Tisch nachfragen oder in der App nebenan.de anbieten.

Im Sommer gibt´s die Gartenflohmärkte, Flohmärkte für Spielsachen und Kleidung organisieren Kindergärten und Kirchen in Pullach meist 2x im Jahr.

Kennen Sie Oxfam? In manchen Oxfam-Geschäften kann neben Büchern auch Kleidung und Haushaltsgegenstände abgegeben werden.

Vielleicht kennen Sie die Broschüre der Stadt München „Günstiger leben in München“? Dort sind jede Menge Adressen angegeben, wo man Gebrauchtes, aber noch gut Erhaltenes abgeben kann. Das wäre ebenfalls möglich unter www.wohindamit.org oder diakonia.de/sachspenden, um nur einige wenige aufzuzählen...

Was braucht man wirklich im Leben?

Ein durchschnittlicher Europäer häuft etwa 10.000 Gegenstände in seinem Leben an. Wenn ich daran denke, was wir alles aus der Doppelhaushälfte meiner Eltern herausgeholt hatten, als sie in eine kleinere Wohnung umgezogen sind, kann ich mir diese Zahl durchaus vorstellen...

Der Autor Moritz Grund hat als Student ein Selbstexperiment durchgeführt und versucht, seinen Besitz auf 100 Gegenstände zu reduzieren. Auf die Frage, was er dabei gelernt hat, antwortete er: „Die wichtigste Lehre daraus ist, glaube ich, den Gegenwert in Lebenszeit zu sehen, die man seinen Gegenständen gegenüber halten kann. Also die Zeit, die man verwendet beispielsweise, um das Geld zu erwirtschaften, um Dinge zu kaufen, die Zeit, die man verwendet, Dinge zu pflegen, vielleicht zu reparieren, möglicherweise auch das Geld zu erwirtschaften, die Miete zu bezahlen der Fläche, auf der sie stehen, wenn man an den Quadratmeter denkt, auf der die Waschmaschine steht. Die unwiederbringliche und einzigartige Ressource, die man seinen Gegenständen über verantwortet, ist vielleicht meine persönliche Währung, wenn ich über Gegenstände nachdenke.“

Quelle: www.deutschlandfunkkultur.de/bewusster-konsum-wie-viel-haben-fuer-dassein-noetig-ist.1124.de.html

Wäre dieser Gewinn an Lebenszeit nicht Anlass genug, mit dem Reduzieren zu beginnen?