Tipps zur Reinigung im Haushalt

Wenn man in Drogeriemärkten in den Regalen schaut, gibt es jede Menge bunte Plastikflaschen, die ihre „Fähigkeiten“ uns Kund*innen anpreisen und von uns gekauft werden wollen. Ich schätze mal, dass bei vielen von uns auch jede Menge unterschiedliche „Mittelchen“ herumstehen. Das war auch bei mir nicht anders. Inzwischen habe ich fast alles aufgebraucht.

Eigentlich braucht es nur fünf Hausmittel: Natron, (Wasch-)Soda, Essig, Citronensäure und Kernseife(diese kombiniert man je nach Bedarf).

Manche werden sich vielleicht erinnern, dass diese Reinigungsmittel früher genauso oder zumindest ähnlich von den Großeltern verwendet wurden. Alle o.g. Mittel können in Glasflaschen oder in Papier verpackt gekauft werden, sofern man sich ein wenig informiert – so können Sie dann auch gleichzeitig den Plastikkonsum reduzieren.

Natron kann man unverpackt in der Apotheke oder aber im Unverpackt-Laden kaufen (z.B. bei Servus Resi, Kistlerhofstr. 111 – das ist der meines Wissens nach für uns nächste Unverpackt-Laden in München), von „Kaiser“ bekommt man sie im Drogeriemarkt in innenbeschichteten Papiertütchen.

Waschsoda gibt es bei den großen Drogeriemärkten dm, Rossmann oder Müller in unbeschichteten Papiertüten von „Holste“.

Essig kann man als Tafelessig in der Glasflasche kaufen. Wenn man Essigessenz kauft, kann man diese selbst 1:4 mit Wasser verdünnen und als Speiseessig verwenden. Leider muss man sich im Supermarkt und Drogeriemarkt oft etwas auf die Suche machen, um Essig oder Essigessenz in Glasflaschen zu finden – aber es ist machbar (z.B. gibt es Essig in der Glasflasche von „Kühne“ mit dem grünen Plastikdeckel).

Citronensäure gibt es bspw. von „Heitmann“ in einer Pappschachtel mit Papiertüte, ebenso im Super- und Drogeriemarkt. Kernseife können Sie in Drogeriemärkten, Supermärkten oder im Unverpackt-Laden kaufen. Sie ist in einem Pappkarton, mit einer Papierbanderole oder völlig unverpackt erhältlich.

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Jetzt geht´s aber los mit Rezepten, in denen erklärt wird wie Sie selbst Ihre Putzmittel herstellen können. Bitte heben Sie dafür Ihre alten Verpackungen z.B. Sprühflaschen auf, dann können Sie dort Ihre selbst gemischten Mittel reinfüllen, die Verpackung entsprechend beschriften und schon haben Sie die Zero Waste-Regel „wiederverwenden“ umgesetzt! 

Allzweckreinigermit Essigessenz 1 EL (=15ml) Essigessenz mit 300 ml Wasser vermischen, bei Bedarf 3-5 Tropfen ätherisches Öl zugeben, dann in eine Sprühflasche füllen

Achtung: Starker Essiggeruch! Essig greift Dichtungen und Gummis an! Wenn Sie statt des ätherischen Öls den Essig in ein großes Schraubglas füllen, in das Sie schon Zitronen- oder Orangenschalen geschichtet haben, bekommen Sie nach ca. 2 Wochen einen wunderbar duftenden Haushaltsreiniger. Beachten Sie aber, dass Sie die Schalen immer wieder mit Essig neu bedecken (die Schalen saugen den Essig auf), da sie sonst zu schimmeln beginnen. Danach gießen Sie den Essig durch ein Sieb und füllen ihn in eine Sprühflasche um.

Allzweckreiniger mit Citronensäure 7-10 g Citronensäure mit 500 ml Wasser vermischen, bei Bedarf 5 Tropfen ätherisches Öl zugeben Die Citronensäure wird im Wasser aufgelöst, dann in eine Sprühflasche gefüllt und los geht´s. Dieses Mittel greift keine Gummis an und ist geruchslos (sofern Sie kein ätherisches Öl verwenden).
Thermoskannen reinigen: 1 gehäuften TL Soda in die Kanne gießen, vorsichtig mit heißem Wasser auffüllen, schon nach kurzer Zeit lösen sich die Beläge, anschließend mit klarem, heißem Wasser nachspülen
Angebranntes entfernen: Leichte Verkrustungen an Pfannen, Töpfen oder im Ofen können Sie mit einer Natronpaste reinigen. Dazu 1-3 EL Natron mit etwas Wasser zu einer gleichmäßigen Paste verrühren, dann auf dem Angebrannten auftragen, einwirken lassen und mit klarem Wasser abspülen. Falls dies nicht reichen sollte, kann man das stärkere Soda verwenden. 1 EL Soda mit 1 l Wasser in den Topf oder die Pfanne geben, kurz aufkochen lassen und das Angebrannte mit einem Schwamm wegwischen.

Spülmaschine reinigen und pflegen: Wenn Sie in eine kleine Schüssel, die aufrecht in der Spülmaschine steht, Tafelessig füllen und dann die Maschine ohne das Vorspülprogramm normal durchlaufen lassen, verschwinden lästige Gerüche und Verschmutzungen. Aber Vorsicht beim Öffnen der Spülmaschine – vielleicht ist noch Waschlauge in der Schüssel...
Abflüsse von Verstopfungen und Ablagerungen befreien: 4 EL Soda oder Natron in den Abfluss kippen, sofort danach ½ Tasse Tafelessig hinterherschütten. Jetzt blubbert es heftig, weißer Schaum entsteht, 2-3 Min. einwirken lassen, dann mit heißem Wasser nachspülen.

Viel Spaß allen, die Lust haben, das mal auszuprobieren und Stück für Stück umzusetzen! 
Verwendete Literatur: Smarticular Verlag: Fünf Hausmittel ersetzen eine Drogerie Shia Su: Zero Waste. Weniger Müll ist das neue Grün

Meike Klug  


Alternativen zu Windows 7

Was tun nach der Mitteilung von Microsoft, dass die Firma seit Anfang des Jahres keinen Support mehr für ihr Betriebssystem Windows 7 bereithält und hierfür auch keine weiteren Sicherheitsupdates mehr liefert?

Hier eine Veröffentlichung aus dem Netzwerk der Reparaturinitiativen Splitter 1/2020:


Plastikfrei - Spaß dabei

Einkauftipps: Möglichst plastikfrei einkaufen!

Verzichten Sie auf Plastiktüten und verwenden stattdessen Körbe oder Stoffbeutel. Ein kleiner Beutel in der Handtasche ermöglicht auch plastikfreie Spontaneinkäufe.

Kaufen Sie loses Obst und Gemüse und besuchen Sie regionale Wochenmärkte in Ihrer Nähe:

 - Pullach auf dem Kirchplatz: Donnerstags, 13-18 Uhr,

 - München-Solln auf dem Fellererplatz (nördlich der Herterichstraße): Freitags, 8-12 Uhr,

- Grünwald in der Leerbichlallee (hinter dem Gymnasium): Samstags, 9-12 Uhr

oder Bioläden, wie Vollkorner in München-Solln, bzw.

ÖkoNova in Sauerlach für den   „Bio-Großeinkauf"  https://www.oekonova-naturkost.de/

 Auch ein Abo einer „Bio-Kiste“ ist eine gute Alternative, z.B Isarland Ökokiste  www.isarland.de 

 

Viele Getränke und Lebensmittel gibt es im Glas. Auch Sahne und Joghurt sind in umweltfreundlichen Gläsern erhältlich, Müsli oder Früchte können Sie selbst hinzufügen.

Meiden Sie nach Möglichkeit (auch aus gesundheitlichen Gründen) in Plastik verpackte Fertiggerichte und Snacks -  und einzeln verpackte Süßigkeiten wie  Gummibärchen in Mini-Tüten, Mini-Hanutas etc.

Verzichten Sie beim Fleisch- und Wursteinkauf auf die Trennfolien und bringen sie – wie früher - Ihre eigenen Aufbewahrungsboxen mit.  Fragen sie einfach den Metzger Ihres Vertrauens. Dies ist z.B. auch bei Simmel oder Vinzenz Murr problemlos möglich.

Achten Sie bei Lebensmitteln wie z.B. Nudeln oder Müsli auf plastikfreie Verpackung. Statt Frischhaltefolie gibt es inzwischen plastikfreie Wachstücher im Handel. Plastikbesteck, -becher, -teller, -strohhalme – alles verzichtbar, da es Alternativen aus Holz, Bambus oder Metall gibt.

Greifen sie wieder zu klassischen Seifenstücken. Diese sind meist nur in Papier verpackt. Seife gibt es übrigens nicht nur zum Händewaschen, sondern auch zum Duschen und Haare waschen. Das spart jede Menge Plastikmüll. 

 

 

 

Alltagstipps: So vermeiden Sie Plastik weitgehend im Alltag!

Inzwischen gibt es Waschbeutel für die Waschmaschine, die verhindern, dass Mikroplastik                      beim Waschen von Kunstfasern ins Abwasser gelangt, z.B. von Guppyfriend 
http://guppyfriend.com/so-gehts         

Spülmittel und Haushaltsreiniger können Sie selbst herstellen  

Besuchen Sie doch einmal einen Unverpackt-Laden, z.B. den in Schwabing 

Trinken Sie Leitungswasser aus einer immer wieder verwendbaren Trinkflasche

Wenn schon Coffee-to-go, dann wenigstens RECUP statt Pappe und Plastik: Die App RECUP  https://app.recup.de/                                                                                                       
zeigt, welche Cafés und Restaurants Partner des Pfandsystems für Coffee-to-go sind.

Mit der App CODECHECK
https://www.codecheck.info/so-gehts/mobil 
lässt sich einfach überprüfen, in welchen Produkten Mikroplastik steckt

                                        

Nachhaltigkeitstipps: So agieren sie möglichst plastikfrei!

  • Meist gibt es zu Kunststoffbehältern Alternativen aus Holz, Glas oder Metall. Sie können zwar beim Kauf etwas teurer sein, halten für gewöhnlich aber auch länger (z.B. Trinkflaschen oder Brotzeitdosen),
  • Geben Sie Artikel, die Sie nicht mehr brauchen, an Freunde oder Bekannte weiter, besuchen Sie Flohmärkte oder Second Hand Shops,
  • Lassen Sie Dinge reparieren, z.B. in den Reparatur Cafés Grünwald bzw. Pullach, die einmal im Monat stattfinden,
  • Leihen oder tauschen Sie in der Nachbarschaft (z.B. Rasenmäher, Kleidung) anstatt immer gleich neue Geräte oder Sachen anzuschaffen,  
  • Sammeln Sie herumliegenden Plastikmüll ein und entsorgen sie ihn. Es sieht gleich viel schöner aus und schont die Umwelt. 

Sprechen Sie auch mit Ihren Freunden und Nachbarn über dieses Thema!

 

  

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Beim Einkauf auf fair gehandelte Produkte achten

Pullach hat sich erfolgreich um den Titel Fair Trade Gemeinde beworben. Die Gemeinde will damit erreichen, dass die lokalen Einzelhandelsgeschäfte, Floristen sowie Cafés und Restaurants zunehmend Produkte aus fairem Handel anbieten.

 

Mit dem Kauf von Fair Trade Produkten, leicht erkennbar am Fair Trade Siegel, ermöglichen wir den Produzenten in den armen Ländern (früher: Dritte-Welt-Länder) – das sind meist Kleinbauernfamilien - bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie gerechtere Löhne.

 

 

 

Faire Preise auch für heimische Produkte

 

Wir unterstützen aber auch unsere heimischen Produzenten, z. B. die Milchbauern, denen der Handel (insbesondere die bekannten Handelsketten mit ihrer großen Marktmacht) immer weniger auskömmliche und faire Preise zahlen will.

Hier haben wir es als Verbraucher in der Hand, beim Einkauf regionale und möglichst auch biologisch hergestellte Produkte zu bevorzugen. So erhalten wir nicht nur die bäuerliche Landwirtschaft, sondern leben gesünder und schonen die Umwelt und das Klima

 

Regional – biologisch – Fairer Handel, sollten deshalb beim Einkauf die Entscheidungskriterien sein.


Bewusster einkaufen – bewusster leben lautet das Motto.

 

 

 

 

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Zapfen statt schleppen

 Wir kaufen immer mehr in Plastik abgepackte Getränke - sogar Wasser. Dies lässt den Plastikmüllberg anwachsen. Das Knacken von zermalmten Plastikflaschen im Rückgabeautomaten gehört fast schon zur Begleitmusik beim Einkaufen, denn die Discounter haben das Geschäft gerade mit Wasser in der Plastikflasche Stück für Stück ausgeweitet.

Das ist die Lösung:

Trinkwasser einfach aus dem Wasserhahn zu Hause zapfen - wie früher auch. Das ist günstig, spart Zeit, schont die Umwelt und ist oft sogar besser als Mineralwasser in Flaschen (vgl. link). Es gibt jedenfalls bei uns in der Region München keinen vernünftigen Grund, Wasser in Flaschen im Supermarkt oder Getränkemarkt zu kaufen und nach Hause zu tragen oder zu fahren. Die Qualität des Pullacher Trinkwassers, das aus dem Forstenrieder Park stammt, ist gleichbleibend hoch, wie regelmäßige Untersuchungen belegen. Diese finden zwei Mal im Jahr statt und werden auch in den gemeindlichen Schaukästen ausgehängt. 

Prüfbericht Trinkwasser Pullach vom Sommer 2015

...und wer unbedingt meint, dass Leitungswasser für ihn nicht das Richtige ist, sollte zumindest darauf achten, dass er damit möglichst wenig die Umwelt belastet: Umweltexperten empfehlen Mehrwegflaschen aus der Region - egal ob aus Glas oder PET. In Ordnung sind auch große, leichte PET-Einwegflaschen mit hohem Rezyklatanteil (diese Flaschen fühlen sich "wabbelig" an).

Grundsätzlich gilt dies natürlich für Wasserflaschen ebenso wie für alle anderen Getränke in Mehrwegflaschen, die wegen ihrer besonderen Formgestaltung (z.B. langer Hals) zum Wiederbefüllen an die Herstellerfirma zurücktransportiert werden müssen:

Bei kurzen Transportentfernungen sind Mehrwegverpackungen den Einwegverpackungen deutlich überlegen.

 


Faire Preise für Milch

Was ist das Problem:

Die großen Discounter und Handelsketten wie Aldi, Lidl und Edeka bestimmen die Milchpreise. Was den Verbraucher wegen der Niedrigpreise für Milch und Milchprodukte freuen mag, ist oft für kleinere und mittlere bäuerliche Betriebe, die noch naturnah wirtschaften, der Tod. Denn für zeitweise nur noch 20 Cent und weniger pro Liter Milch ist ihr Überleben unmöglich. Die industrielle Landwirtschaft mit ihren großen Produktionsmengen (hochgezüchtete "Turbo-Kühe", geben - gefüttert mit Soja-Kraftfutter aus Südamerika - schon mehr als 10.000 l Milch im Jahr), ist auf dem Vormarsch. Da die Deutschen gar nicht so viel Milch trinken können, geht ein Großteil der erzeugten Milch in den Export, die Gülle aus dieser Tierhaltung verbleibt aber im Lande und wird in großen Mengen auf die Felder geschüttet. Dies führt zu erheblichen Belastungen unseres Trinkwassers.

Das ist die Lösung:

Bezug der Milch von Molkereien, die nachweislich einen fairen Milchpreis zahlen oder - wo möglich: noch besser - die Milch im Hofladen vom Landwirt in Wohnnähe kaufen.

Wo kann man die Milch regional beziehen und welche Molkereien zahlen einen fairen Milchpreis?

Der Naturlandhof Seitz in nahen Baierbrunn bietet in seinem Hofladen neben hochwertigen Fleisch- und Wurstwaren aus eigener Schlachtung auch hervorragende Milchprodukte an. Die Milch und der hofeigene Käse sind vom Ökoverband NATURLAND zertifiziert und genügen somit höchsten ökologischen Ansprüchen. Die Molkereien Berchtesgadener und Andechser garantieren über die Verbände DEMETER und NATURLAND ebenso faire Milchpreise für unsere Landwirte.

Mehr Informationen:

Naturlandhof Seitz, Gautinger Weg 11, 82065 Baierbrunn
Öffnungszeiten Hofladen: Freitag 11 bis 16 Uhr, Samstag 9 bis 12 Uhr

Übersicht ökologisch erzeugte Lebensmittel in und rund um München

Molkerei Berchtesgadener

Molkerei Andechser

Ökoverband NATURLAND

Bio-Marke DEMETER


Fischkauf und Umweltsiegel

Das Problem:

Die Weltmeere sind heute weitgehend leer gefischt mit unabsehbaren Folgen für ihr ökologisches Gleichgewicht. Viele Verbraucher achten deshalb beim Fischkauf zunehmend auf deren Herkunft. Wer verantwortungsbewusst konsumieren will, sucht dabei Orientierungshilfe in Siegeln wie dem anspruchsvollen MSC-Zeichen (Marine Stewardship Council), das der WWF mit vergibt. 

 

Die Lösung:

Verbrauchern, die einen Beitrag zur Rettung der Rest-Fischbestände in den Meeren leisten wollen, kann leider nur empfohlen werden, einfach weniger Meeresfisch zu essen, insbesondere auf den Verzehr der gefährdeten Arten ganz zu verzichten und stattdessen beim Fischzüchter vor Ort vorbeizuschauen. Denn Umweltsiegel wie das MSC sind wohl vor allem ein Milliardengeschäft. Sie haben bislang unter dem Strich kaum etwas verändert an der Ausbeutung der Weltmeere durch immer größere Fangflotten. Um die Meere wirklich zu schützen, wären internationale Vereinbarungen zu fordern, z.B. über die Fangquoten, die den Standards der Nachhaltigkeit genügen, und deren strikte Überwachung und eine wirkungsvolle Ahndung von Verstößen.

Fischzuchtbetrieb in der Nähe: www.fischzucht-aumuehle.de


Wann lohnen sich Reparaturen?

In der Test-Zeitschrift 04-2017, die die Stiftung Warentest herausgibt, findet sich eine Kosten- und Ökobilanz, wann sich eine Reparatur lohnt. Man hat die Antworten einer Online-Leserumfrage ausgewertet und auch die Umfrageergebnisse bei einer Reihe von freien Werkstätten und Reparatur Cafés berücksichtigt.

Der Trend bei den Befragten geht dahin, der „fortschreitenden Ex und hopp-Mentalität“ etwas entgegenzustellen. Dass die Industrie hier noch „nachhilft“ und um die Kassen klingeln zu lassen, ihre Produkte absichtlich so baut, dass sie schnell kaputtgehen und sich auch nicht mehr reparieren lassen (geplante Obsoleszenz) lässt sich bisher kaum hieb- und stichfest beweisen. Unsere Reparateure können jedoch ein Lied davon singen, wie schwer bis manchmal unmöglich es ist, insbesondere ein relativ neues, aber schon kaputtes Gerät aus der Massenproduktion zu öffnen, ohne es zu beschädigen bzw. zu zerstören. Vielfach sind diese mit versteckten Schnapp- und Klebeverbindungen verschlossen statt mit sichtbaren Schrauben.

Die Industrie verweist in diesem Zusammenhang gern auf den Verbraucher, der alles möglichst billig haben wolle und verschweigt, dass unsere Art des Wirtschaftens auf schnellen Umsatz und nicht gerade auf Nachhaltigkeit der Produkte angelegt ist. Trotzdem müssen wir uns auch als „König Kunde“ an die eigene Nase fassen, wenn wir z.B. beim Kauf eines Elektrogerätes inzwischen schon vermehrt auf den angegebenen Stromverbrauch achten, nicht aber auf dessen Reparaturfreundlichkeit. Nur wenn auch wir weiter unser Bewusstsein verändern und konsequent danach handeln wird es gelingen, den zunehmenden Ressourcen- und Energieverbrauch in der Produktion („Masse statt Klasse“) zu reduzieren. Auch die Politik hat dies erkannt: So wird in Brüssel bereits diskutiert, Reparierbarkeit und Lebensdauer von Produkten in der EU gesetzlich zu verankern, um dem vorzeitigen Verschleiß entgegenzuwirken.

Die Stiftung Warentest hat exemplarisch drei Produktgruppen für ihren Reparatur-Test herausgesucht. Zunächst zu den Staubsaugern: Diese halten im Schnitt acht Jahre. Dann stellt sich die Frage: Reparieren oder neu kaufen. Bei einer Fachfirma reparieren zu lassen, lohnt sich finanziell meist nicht. Aber auch aus ökologischen Gründen oft nicht, gerade wenn das kaputte Gerät noch ein „Stromfresser“ ist, denn es gibt neue sparsame Modelle (nicht mehr als 1000 Watt). Bodenstaubsauger sind relativ einfache Maschinen, sodass auch technische Laien manches kleinere Problem (z.B. Kabelwickler, Schlauch) selber lösen können. Hilfreich dabei können sein: Reparatur-Anleitungen in einschlägigen Nutzervideos auf YouTube oder Web-Seiten, wie Wikihow.de, Forum.teamhack.de oder Diybook.de. Wer damit nicht klarkommt, kann natürlich auch gern bei einem unserer Reparatur-Treffs vorbeischauen.

Nun zu den Kaffee-Vollautomaten, die zunehmend gern gekauft werden. Da die Geräte in der Herstellung relativ ressourcenaufwendig (7 kg Kunststoffe, 3,2 kg Metalle und 600 g Elektronik) und in der Anschaffung teuer sind, lohnt sich zumeist eine Reparatur finanziell und auch ökologisch. Schwachstellen sind hier die Heizung, verschlissene Ventile und die Pumpe). Geht ein Gerät bereits in den ersten vier Jahren kaputt, empfiehlt sich eine Instandsetzung, die nicht mehr als die Hälfte des Kaufpreises kostet; ab dem siebten Jahr sollte sie aber höchstens noch ein Fünftel ausmachen. Bei der Eigenreparatur helfen die o.g. Nutzervideos und die Webseiten Floriankaiser.de und Juradiy.de. Ersatzteile für etliche Marken bekommt man bei Komtra.de und Juraprofi.de (siehe auch: test.de/reparieren-zusatz). Die Preisunterschiede zwischen Original-Ersatzteilen und jenen von Fremdanbietern im Internet können enorm sein. Auch unsere Helfer im Reparatur-Café können Ihnen bei der Fehlersuche und Instandsetzung behilflich sein.

Das Reparieren von Waschmaschinen soll sich  vor allem aus ökologischen Gründen lohnen, da deren Herstellung viele Rohstoffe verbraucht (33 kg Metalle, 26 kg Kunststoffe, 900 g Elektronik). Zu berücksichtigen wäre hier jedoch auch, dass Altgeräte häufig recycelt werden, sodass die verbrauchten Rohstoffe wieder zurück in den Kreislauf gelangen. Zudem gilt bei Altgeräten ohne fehleranfällige Elektronik, dass diese oft robuster und einfacher zu reparieren sind als Maschinen der letzten 10 oder 15 Jahre. Häufig ist der Heizstab oder die Pumpe zu wechseln oder die Steuerung/Elektronik ist defekt. Streikt die Maschine, sollte man selbst erst einmal nach dem Fehler suchen. Fließt z.B. Wasser nicht ab, sollte zunächst das Flusensieb gereinigt werden, bevor man den Kundendienst ruft. Die Tester haben mit den getesteten Kundendienst-Firmen durchweg nicht die besten Erfahrungen gemacht, sodass das Fazit lautete: Viel Geld für wenig Leistung. Bei einfachen Defekten helfen Portale wie Kunnig-Elektro.de und Waschmaschinendoktor.de, als Drittanbieter von Ersatzteilen werden genannt Ersatzteile-direct.com und Ersatzteilvertrieb.de.

Hans-Werner Thürk