Tag der Umwelt in der Fröttmaninger Heide

Am Samstag, 12. September, hatte die Kreisgruppe München des BUND Naturschutz (BN) anstelle der wegen der Corona-Pandemie ausgefallenen Mitgliederversammlung die BN-Mitglieder und Interessierte zu Exkursionen für Jung und Alt in die Fröttmaninger Heide eingeladen. Es gab bei den Führungen durch die einzigartige Landschaft im Münchner Norden Gelegenheit, mit den ExpertInnen des BN über Artenschutz, Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu diskutieren. Start- und Endpunkt der Exkursionen war jeweils das Heidehaus (Admiralbogen 77) westlich der U-Bahnhaltestelle Fröttmaning. Nur die 3-stündige Exkursion auf dem südlichen Heideweg, an der wir von der OG Pullach teilgenommen haben, startete am Heidehaus und endete an der Dülferstraße

 

 

13.09.2020

Die Entstehung der Heiden der nördlichen Münchner Ebene datiert über 10.000 Jahre zurück, als am Ende der letzten Eiszeit (Würm-Eiszeit) das Schmelzwasser des Isar-Loisach-Gletschers große Mengen an Schotter als sogenannte „Garchinger Schotterzunge“ meterdick ablagerte. Auf dieser stark wasserdurchlässigen Schotterebene konnten sich bis heute nur sehr flachgründige Böden entwickeln, die schnell austrocknen und nur wenig Nährstoffe speichern können.

Quelle: https://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Referat-fuer-Stadtplanung-und-Bauordnung/Natur-Landschafts-Baumschutz/Naturschutzgebiete/Froettmaninger-Heide.html

Am Heidehaus begrüßte uns Christian Hirneis, der 1. Vorsitzende der BN Kreisgruppe-München.

Die weiteren Fotos zeigen Impressionen der beiden Naturschutzgebiete Fröttmaninger Heide und Panzerwiese mit Hartelholz, einem Kiefern- und Eichenwald, die früher intensiv zu militärischen Zwecken genutzt wurden. Dr. Rudolf Nützel und Hans Greßirer erklärten uns die Besonderheiten der Vegetation und die Probleme in Naturschutzgebieten unmittelbar neben Großstadtnähe. So gibt es in München 50.000 Hunde. Da sind Konflikte mit unvernünftigen Hundebesitzern vorprogrammiert, die die Heideflächen vor der Haustür als Spielwiese für ihre Hunde betrachten. Oder mit Spaziergängern oder Sportlern, die nicht auf den ausgewiesenen Wegen bleiben. Es ist nur ein Betreuer fest angestellt, der für ganze Gebiet zuständig ist.

Im seichten, warmen Wasser vegetationsarmer Tümpel  legt die Wechselkröte von April bis Juli ihre Laichschnüre ab.

Zwei Schäfereien betreiben in diesem Gebiet auch heute noch Hüteschafhaltung auf wechselnden Weidegründen. Die Schafe sind auch ein wichtiger Faktor für die Verbreitung von Kleintieren und Pflanzen im Biotopverbund. Ziegen nagen - im Unterschied zu Schafen - gerne an Sträuchern und helfen damit, den Bewuchs der Heideflächen im Zaum zu halten, denn ohne ständige Beweidung würden die offenen Flächen zuwachsen und ein Wald entstehen.